Butterkuchen aus dem Holzbackofen – Backen mit einem Blaustahl-Backblech

  • Vorbereitung 60 min
  • Zubereitung 30 min
  • Portionen 18
  • Schwierigkeit Leicht
  • Jahreszeit Immer
  • Beitrag vom 01.09.2025

Es war einer dieser Sommernachmittage, an denen die Sonne durch die Küchentür fällt und man plötzlich Lust bekommt, jemanden zu überraschen. Meine Mutter liebt Butterkuchen – und zwar so sehr, dass ihr Gesicht sofort zu strahlen beginnt, sobald sie davon erzählt, wie sie beim Bäcker mal wieder Glück hatte und ein Stück ergattern konnte.

Also habe ich mir gedacht: Heute ist Backtag. Die nach dem Brotbacken langsam abfallende Temperatur im Holzofen ist einfach ideal für Kuchen. Und weil unser großes, neues Blaustahl-Backblech schon darauf wartete, endlich eingeweiht zu werden, war der Plan schnell gefasst: Ein Butterkuchen, gebacken im Holzbackofen, mit knusprigem Boden, buttriger Kruste und dieser herrlichen Mischung aus Zucker, Zimt und Mandeln, die schon beim Backen die Luft erfüllt und einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt.

Die Herkunft des Butterkuchens – Ein Stück norddeutsche Tradition

Butterkuchen hat eine lange Geschichte in Norddeutschland. Dort gilt er als fester Bestandteil vieler Familienfeste und Kirchenkaffees. Oft wird er „Goldener Boden“ genannt, weil er bei Hochzeiten, Taufen oder Beerdigungen als Symbol für Gemeinschaft gereicht wurde. Doch aus einem Holzbackofen bekommt dieser einfache, traditionelle Kuchen noch einmal eine ganz andere Dimension. Die gleichmäßige Hitze und die besondere Kruste machen den Unterschied.

Einbrennen unseres Blaustahl-Backblech im Holzbackofen

Schon lange hatte ich ein Auge auf diese großen Bäckerbleche geworfen – massiv, schwer und gebaut für Jahrzehnte. Vor ein paar Monaten hatten wir uns endlich eines gegönnt: 60 x 40 x 3 Zentimeter Blaustahl, das Format, mit dem auch richtige Bäcker arbeiten. Seitdem stand es im Keller und wartete auf seinen ersten Einsatz.

Bevor wir aber damit backen konnten, musste es eingebrannt werden – ein kleiner, aber wichtiger Schritt. Zuerst haben wir es gründlich mit Wasser gereinigt, dann bei knapp 400 Grad in den Holzofen geschoben. Schon nach wenigen Minuten begann es sich zu verfärben, bekam dunkle Schattierungen, die an alte Werkstattöfen erinnerten. Nach 20 Minuten durfte es wieder heraus, abkühlen und wurde anschließend noch einmal mit Wasser abgewischt. Danach kam der zweite Durchgang: ein dünner Film Leinöl, der mit einem Tuch aufgetragen wurde, fast so, als würde man ein Werkzeug einreiben. Wieder in den heißen Ofen, wieder 20 Minuten.

Als wir das Blech schließlich aus dem Ofen holten, war es kaum wiederzuerkennen. Vorher blank und kühl, zeigte es sich nun in tiefen Grau- und Schwarztönen, die je nach Lichteinfall schimmerten. Dieses Einbrennen verleiht dem Metall seine Patina – eine natürliche Schutzschicht, die das Blech nicht nur vor Rost bewahrt, sondern ihm auch seine Backeigenschaften gibt. Einmal eingebrannt, hält so ein Blaublech bei richtiger Pflege ein Leben lang – und wird mit jedem Einsatz ein kleines bisschen besser.

Rezept: Traditioneller Butterkuchen mit Zimtzucker-Mandeln aus dem Holzbackofen

Für ein großes Backblech 60 x 40 x 3 cm (ca. 18 Stücke)


Zutaten für den Teig

Zutaten für den Belag

Aus eigenem Anbau

  • ¯\_(ツ)_/¯ Diesmal nichts

Schritt-für-Schritt-Anleitung – so gelingt euer Butterkuchen perfekt


Das Grundrezept für den Hefeteig stammt von meiner Großmutter. Sie hat immer mit frischer Hefe gearbeitet, zuerst einen Vorteig angesetzt und den Teig dann zweimal gehen lassen – genau dadurch entwickelt er sein volles Aroma und wird so schön locker. Wer es schneller mag, kann auch Trockenhefe verwenden: einfach ein Päckchen direkt mit dem Mehl mischen und den Teig nur einmal gehen lassen. Das spart Zeit, auch wenn der Geschmack nicht ganz so tief und voll wird wie mit frischer Hefe.

  • 1

    Vorteig ansetzen

    Siebt das Mehl in eine große Schüssel und drückt eine Mulde in die Mitte. Dort hinein bröckelt ihr die Hefe, verrührt sie mit etwas lauwarmer Milch und einem Teelöffel Zucker. Lasst den Vorteig etwa 20 Minuten an einem warmen Ort gehen.

  • 2

    Teig herstellen

    Erwärmt die restliche Milch zusammen mit der Butter leicht, bis beides lauwarm ist. Gebt diese Mischung mit den Eiern, Zucker und Salz zum Vorteig und arbeitet alles zu einem geschmeidigen Hefeteig. Schlagt den Teig kräftig, bis er locker und blasig ist – das sorgt für eine luftige Struktur. Knetet den Teig mit der Küchenmaschine, am besten mit dem Knethaken, mindestens 8–10 Minuten zu einem weichen und glatten Teig.

  • 3

    Teig gehen lassen

    Deckt die Schüssel mit einem sauberen Tuch ab und lasst den Teig etwa eine 30 Minuten gehen, bis er sich deutlich vergrößert hat.

  • 4

    Teig ausrollen

    Fettet euer Blaustahl-Backblech mit Butter ein und bestäubt es leicht mit Mehl. Rollt den Teig gleichmäßig aus und legt ihn auf das Blech.

  • 5

    Teig noch einmal gehen lassen

    Deckt das Blech erneut mit einem sauberen Tuch ab und lasst den Teig noch einmal ca. 20 Minuten gehen, bis er sich wieder etwas vergrößert hat.

  • 6

    Mulden formen

    Mit dem Stiel eines Kochlöffels oder euren Fingern drückt ihr kleine Mulden in den Teig.

  • 7

    Zimtzucker und Mandeln verteilen

    Verteilt die Butter in kleinen Flocken gleichmäßig auf dem Teig. Vermischt Zucker, Zimt und Mandelblättchen und streut die Mischung darüber.

    Ich mische Zimt, Zucker und Mandeln, weil ich genau diesen Geschmack liebe – fast wie gebrannte Mandeln vom Jahrmarkt. Dadurch wirkt der Kuchen allerdings etwas dunkler in der Farbe. Wenn ihr es heller bevorzugt, könnt ihr Zimt und Zucker einfach separat mischen und die Mandelblättchen zum Schluss „blanko“ darüberstreuen. So wird die Oberfläche goldener und der Kontrast zwischen Kruste und Mandeln deutlicher.

Backen im Holzbackofen

Der Kuchen braucht eine gleichmäßige Grundhitze. Bei etwa 200 °C (gemessen an der Backfläche) schiebt ihr das Blech ein und backt den Butterkuchen ca. 20 Minuten, bis er goldbraun und duftend ist.

Butterkuchen- und Blaustahl-Backblech Premiere

Hinter uns lag bereits ein voller Backtag: Zuerst fünf knusprige Wurzelbaguettes, dann vier schwere Roggenbrote. Der Holzbackofen glühte immer noch und wir mussten ihn erst mit offener Tür langsam abkühlen lassen, bis die Backfläche nur noch knapp zweihundert Grad anzeigte. Das war genau die richtige Temperatur, um das große Blaustahl-Blech einzuschieben. Eigentlich hatten wir uns das ganz unkompliziert vorgestellt – ein Handgriff und der Butterkuchen sollte seinen Platz finden. Doch was wir bereits beim Einbrennen bemerkt hatten: das Blech passte nur in leichter Schräglage durch die Ofenöffnung. Für unseren Butterkuchen kein Problem aber für flüssigere Beläge müssen wir uns noch etwas einfallen lassen.

Bei verschlossener Ofentür ließ die gleichmäßige Strahlungswärme den Teig weiter aufgehen. Der Duft von Butter, Zucker und Zimt durchzog die warme Sommerluft. Nach zwanzig Minuten war es soweit: Wir holten den Kuchen heraus, goldbraun, der Boden kross, die Mitte weich und saftig – genau so, wie man es sich erträumt, wenn man an Butterkuchen aus dem Holzbackofen denkt. Nach dem Abkühlen ließ er sich mit einem Holzspatel ganz leicht vom Blech lösen – das Einbrennen des Blaustahls hatte offensichtlich perfekt funktioniert.

Praktischer Tipp: Kuchen einfrieren und später genießen

Am besten schmeckt Butterkuchen noch am selben Tag – frisch und warm! Wenn aber einmal zu viel Butterkuchen übrig bleibt, könnt ihr ihn nach dem Abkühlen in Stücke portionieren und einfrieren. Bei Bedarf einfach die einzelnen Stücke im kalten Elektrobackofen bei 150 °C für etwa 8–10 Minuten aufbacken – dann schmecken sie 'fast' wie frisch gebacken. Perfekt für einen süßen Snack zwischendurch oder wenn unerwartet Gäste vorbeikommen.

Ein süßer Besuch im August

Mit einer Kiste, gefüllt mit einem bunten Querbeet-Mix aus dem August-Garten machte ich mich auf die fast 100 km lange Fahrt zu meiner Mutter. Physalis, Tomaten, Bohnen, Paprika, Brokkoli, Kartoffeln, Zwiebeln, Gurke, Lauch und Möhren, alles frisch und knackig. Natürlich durfte der Butterkuchen nicht fehlen, in großzügige Stücke geschnitten und noch leicht warm vom Blech.

Ihre Augen leuchteten, als sie die Kiste sah und als der Duft des Butterkuchens durch die Küche zog, breitete sich sofort ein Lächeln aus. Wir setzten uns, plauderten und genossen diesen kleinen Moment aus der Kategorie: „Dinge, die glücklich machen“ – Kuchen backen, die Früchte des Gartens teilen und einfach spontan jemanden überraschen.

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