Apfelstrudel aus Omas Küche - Bayrisches Familienrezept
- Vorbereitung 30 min
- Zubereitung 20 min
- Ruhezeit 30-60 min
- Portionen 4 Personen
- Schwierigkeit Mittel
- Jahreszeit Sep - Mrz
- Beitrag vom 30.09.2024
Apfelstrudel mit Vanillesoße – allein der Gedanke daran weckt unzählige positive Kindheitserinnerungen. Jedes Jahr, pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahres, reiften die Äpfel im Garten meiner Großeltern. Wenn ich nach der Schule zum Mittagessen zu ihnen ging, erfüllte im Herbst oft der unverwechselbare Duft von Zimt und gebackenem Apfel das ganze Haus. Schon beim Betreten der Küche wusste ich: Heute gibt es Strudel! Die knusprigen, karamellisierten Enden waren das Beste, und meine Oma wusste genau, wie sehr wir diese liebten. So machte sie immer fünf Strudel für 5 Personen - damit jeder zwei Enden bekam. Selbst heute ist für mich der Duft nach frisch gebackenem Apfelstrudel wie eine warme Umarmung der Kindheit, die mich sofort in glückliche, unbeschwerte Momente zurückversetzt.
Auch ohne nostalgische Kindheitserinnerungen ist Apfelstrudel ein zeitloser Klassiker. Die Kombination aus fruchtigen Äpfeln, würzigem Zimt und knusprigem Teig schafft eine behagliche Atmosphäre, die perfekt zu einem gemütlichen Nachmittag passt – besonders, wenn die Tage kürzer und kälter werden. Das Zubereiten des Strudelteigs erfordert etwas Geschick und Geduld, denn das hauchdünne Ausziehen des Teigs ist eine Kunst für sich.
Dieses traditionelle Apfelstrudel-Familienrezept ist ein bayrisches Schmankerl das ich im Herbst wirklich oft backe. Als ich vor wenigen Tagen zufällig auf die aktuelle REGIOplus Challenge einiger bayrischer Landratsämter gestoßen bin, dachte ich das passt perfekt! Es lässt sich wunderbar mit regionalen und saisonalen Zutaten umsetzen, die in einem Umkreis von 50 Kilometern verfügbar sind. Äpfel, die Hauptzutat, wachsen in vielen heimischen Gärten oder sind auf Streuobstwiesen jetzt im Herbst in Hülle und Fülle zu ernten. Mehl und Butter lassen sich in der Regel ebenfalls von regionalen Bauernhöfen oder Mühlen beziehen. Und Gewürze, wie zum Beispiel der Zimt, lassen sich einfach mit einem der drei Joker abdecken.
Was ist die REGIOplus Challenge?
Unter dem Motto "Iss, was um die Ecke wächst!" lauft die REGIOplus Challenge – 7 Tage, 50 Kilometer, 3 Joker! Dabei esst und trinkt ihr eine Woche lang nur das, was innerhalb eines 50 Kilometer-Radius um euren Wohnort entstanden ist – und dürft dabei maximal 3 Joker einsetzen. Um loszulegen, bestimmt zuerst euren 50-Kilometer-Radius – alles, was darin liegt, darf verzehrt werden. Für alles außerhalb könnt ihr einen Joker einsetzen. Mit euren 3 Jokern könnt ihr weiterhin eure nicht heimischen Favoriten genießen – sei es Kaffee, Schokolade oder Gewürze. Wählt aus, welche Zutaten euch in dieser Woche wichtig sind. Jeder Joker erlaubt euch, diese Zutat so oft zu verwenden, wie ihr möchtet.
Welche Apfelsorte passt zum Rezept?
Natürlich könnt ihr die Äpfel aus eurem Garten verwenden. Falls ihr kein eigenes (Fall-)Obst habt, könnt ihr grundsätzlich jede Apfelsorte nehmen, die euch schmeckt. Besonders gut eignen sich jedoch säuerliche Sorten wie Boskoop (Lederapfel), Braeburn, Cox Orange, Jonagold oder Elstar.
Bei verwenden Boskoop-Äpfel – Ganz einfach deswegen, weil in unserem Garten ein mächtiger Baum dieser alten Sorte steht. Hier in der Region nennt man ihn auch Lederapfel, was auf die ledrige, leicht raue Schale zurückgeht, die auf der Sonnenseite rötlich gefärbt und oft von einem feinen Rost überzogen ist. Unsere Äpfel haben einen angenehm säuerlichen Geschmack, werden aber nach längerer Lagerung über den Winter süßer und mürber.
Haselnüsse aus dem eigenen Garten
In unserem Garten stehen zwei annähernd gleich große und gleich alte Haselnusssträucher. Doch während der eine Strauch dieses Jahr viele, große Nüsse trug, brachte der andere nur eine Handvoll davon hervor. Ende August war es soweit: Die Haselnüsse fielen zu Boden – das sichere Zeichen für ihre Reife. Um unsere Ernte vor den Mäusen in Sicherheit zu bringen, machte ich mich mehrmals täglich auf die Suche und sammelte alle Nüsse ein. Danach mussten sie noch an einem gut belüfteten, trockenen und vor Mäusen geschützten Ort ausgebreitet und getrocknet werden. Jetzt, Anfang Oktober, sind sie nach einigen Wochen ausreichend getrocknet, sodass sich ihre Schalen leicht knacken lassen. Ich lagere die Nüsse dann entweder ein, röste sie oder nasche sie direkt.
Wenn ihr – wie ich – Haselnüsse aus dem eigenen Garten für dieses Rezept verwenden möchtet, sollten ihr diese bereits getrocknet haben und nun noch rösten um ihren Geschmack zu intensivieren. Dazu die Schalen entfernen und die Kerne bei 150–180 °C für ca. 10 Minuten im Backofen bräunen. Am besten währenddessen dabei bleiben, da sie schnell verbrennen können. Nach dem Rösten die Haselnüsse abkühlen lassen und danach grob hacken.
Zutaten Apfelstrudel 'aus Omas Küche'
Für den Strudelteig
Für die Apfelfüllung
Für den Belag
Zum Übergießen
Für die Form
Aus eigenem Anbau
- Äpfel (Garten) Gold-Boskoop | Lederapfel
- Haselnüsse (Garten) 4 Wochen getrocknet
- Semmelbrösel gerieben vom selbst gebackenem Wurzelbaguette
Challenge: Iss, was um die Ecke wächst!
- Rübenzucker Südzucker | Plattling
- Mehl Martin Plank | Laaber Donaugold | Sinzing
- Schmand Domspitz oder Bechtel
- Butter Domspitz oder Bechtel
- Milch Von der Milchtankstelle
Strudelteig: Schritt-für-Schritt
- 1 Zuerst wird das Mehl in eine Schüssel gesiebt. Dann gebt ihr das Wasser, die weiche Butter und eine Prise Salz hinzu. Alles wird zu einem glatten, elastischen Teig verknetet.
- 2 Der Teig sollte mindestens 10 Minuten intensiv geknetet werden, bis er weich und geschmeidig ist. Das Kneten sorgt dafür, dass der Teig dehnbar wird und sich später hauchdünn ausziehen lässt.
- 3 Nachdem der Teig gut durchgeknetet ist, wird er in eine leicht geölte Schüssel gelegt und mit Frischhaltefolie oder einem feuchten Tuch abgedeckt. Der Teig sollte mindestens 30 Minuten, besser noch 1 Stunde bei Zimmertemperatur ruhen.
- 4 Den Strudelteig in die gewünschte Anzahl Portionen teilen – je nachdem, ob ihr einen großen Strudel oder mehrere kleinere backen möchtet. Die Füllung in diesem Rezept reicht für 2 Strudel. Falls ihr mehr zubereiten möchtet, braucht ihr etwas zusätzlichen Schmand, Nüsse und Äpfel. Auf einem bemehlten Küchentuch oder einer glatten Arbeitsfläche wird der Teig zunächst mit einem Nudelholz dünn ausgerollt. Dabei immer wieder etwas Mehl einarbeiten, damit sich der Teig gut lösen lässt. Anschließend vorsichtig mit dem Handrücken von der Mitte aus hauchdünn ausziehen, bis er fast durchsichtig ist. Um das Rollen des Strudels mit der Füllung später zu erleichtern, könnt ihr nun ein Küchentuch oder Backpapier unter den Teig legen.
Vom Garten auf den Tisch
Zubereitung Apfelstrudel: Schritt-für-Schritt
- 1 Während der Ruhezeit könnt ihr die Apfelfüllung vorbereiten. Wer möchte, kann die Äpfel schälen – ich hingegen lasse ganz gern die Schale dran, da ich ungespritzte Früchte aus unserem Garten verwende. Das spart nicht nur Arbeit, sondern bewahrt auch noch der Großteil der wertvollen Nährstoffe, die vor allem in der Schale sitzen. Außerdem finde ich, dass der Strudel dadurch mehr Biss und Struktur erhält. Die Äpfel also nach Belieben schälen oder ungeschält verwenden, anschließend vierteln, das Kerngehäuse entfernen und die Viertel dünn hobeln. Um zu verhindern, dass die Apfelscheiben braun werden, könnt ihr sie mit etwas Zitronensaft beträufeln.
- 2 Das Mehl, Zucker die Gewürze vorsichtig unter die Apfelschnitze mischen.
- 3 Eine passende Auflaufform großzügig mit Butter einfetten und anschließend mit Semmelbröseln ausstreuen.
- 4 Teilt die Füllzutaten nach der Anzahl der Strudel auf. Bestreicht zunächst den dünn ausgerollten Strudelteig mit dem entsprechenden Anteil Schmand. Anschließend streut ihr die gerösteten Haselnüsse gleichmäßig darüber und verteilt die Apfelfüllung gleichmäßig darauf. An den Rändern etwas Platz lassen.
- 5 Faltet zunächst die Ränder des Teigs etwa 2 bis 3 Zentimeter nach innen über die Füllung. Dadurch erhält der Strudel eine ansprechende Form und das Herauslaufen der Füllung während des Backens wird verhindert. Anschließend rollt den Teig von einer Seite zur anderen auf. Um den Strudel gleichmäßig zu rollen, könnt ihr ein Küchentuch zur Hilfe nehmen, sodass der Teig nicht bricht. Legt den Strudel vorsichtig mit der Nahtseite nach unten in die zuvor ausgefettete Form, um damit sicherzustellen, dass er beim Backen nicht aufgeht.
- 6 Vor dem Backen die Strudel mit etwas geschmolzener Butter vorsichtig bestreichen. Dadurch erhält er eine goldbraune, knusprige Kruste.
- 7 Backt die Strudel im vorgeheizten Ofen bei 180 °C Umluft auf der dritten Schiebeleiste von unten für etwa 35 Minuten. Nehmt die Strudel dann kurz heraus und gießt die Milch gleichmäßig darüber. Backt sie anschließend weitere 15 Minuten, bis sie goldbraun und knusprig sind.
- 8 Nehmt den Apfelstrudel aus dem Ofen und lasst ihn etwa 5 Minuten abkühlen. Ihr könnt ihn sofort warm genießen, entweder mit Vanillesoße oder mit einer Kombination aus Vanilleeis und Sahne. Aber auch kalt schmeckt dieser Strudel einfach unwiderstehlich!