Tomaten vorziehen in der Oberpfalz – erfolgreich auf der Fensterbank
(auch 2026 ohne Gewächshaus)


  • Beitrag vom 10.12.2025
  • Jahreszeit FEB-MRZ
  • Technikgrad Minimal
  • Kosten DIY ~ 80-100% billiger
  • Regional 100%

Eigentlich komme ich aus dem sonnverwöhnten Mittelfranken, wo im Februar schon die ersten Krokusse durch den Rasen spitzen. Dann habe ich mein Herz an die Oberpfalz verloren – und damit auch in Kauf genommen, dass der Frühling hier ein gutes Stück später dran ist. Während in Nürnberg schon die Schneeglöckchen blühen, liegt bei uns oft noch eine ordentliche Schneedecke drüber oder der Boden ist so gefroren, dass an Wachstum noch lange nicht zu denken ist.

Sehr schnell merkt man hier: Wenn man Anfang August die ersten richtig reifen Tomaten genießen will, muss man bereits im Februar mit der Anzucht beginnen. Und genau so machen wir es nun jedes Jahr - ganz schlicht auf der Fensterbank, ohne Gewächshaus, ohne teures Equipment, einfach mit Lust aufs Gärtnern und einer guten Portion Vorfreude auf das neue Gartenjahr.

Warum sich Tomaten vorziehen in der Oberpfalz besonders lohnt


Direkt ins Beet säen und auf reife Früchte hoffen, das klappt in Deutschland eigentlich nur in den richtig warmen Ecken im Süden. Bei uns in der Oberpfalz ist es dafür viel zu kühl. Oft dauert es einfach bis Ende Mai, bis es draußen zuverlässig warm wird. Wenn ihr zu spät säht, habt ihr das Nachsehen und die Tomaten hängen im September noch grün am Strauch.

Wenn ihr die Pflanzen dagegen Ende Februar oder Anfang März vorzieht, holt ihr euch sechs bis acht Wochen Vorsprung. Die Pflanzen wachsen langsam und gleichmäßig, werden kräftiger – und ihr könnt in guten Jahren schon ab Ende Juli die ersten reifen Tomaten genießen. Gerade in den kühleren Regionen Deutschlands ist Vorziehen also fast Pflicht, wenn man nicht ewig auf die Ernte warten will.

Der beste Zeitpunkt zum Vorziehen - wann solltest du 2026 starten?

Für die meisten Sorten ist der optimale Zeitraum 25. Februar bis 10. März 2026. Cherrytomaten und frühe Sorten dürfen ruhig schon ab 15.–20. Februar in die Erde, große Fleischtomaten eher erst ab 5. März. Wer später sät, bekommt zwar auch Tomaten, aber eben deutlich weniger.

Aussaat-Termine je nach Tomatensorte (Region Oberpfalz)

Sorte Optimale Aussaat Auspflanzen nach den Eisheiligen
Cherry- & Cocktailtomaten
(z. B. Gardener’s Delight, Sungold, Bajaja)
15. – 28. Februar ab 15. Mai
Normale Rund- & Flaschentomaten
(z. B. Resibella, St. Pierre, San Marzano, San Marzano orange)
1. – 10. März ab 20. Mai
Fleischtomaten
(z. B. Ochsenherz, Tomate Rosa)
5. – 15. März ab 25. Mai

Die Daten gelten für die Oberpfalz und vergleichbare Lagen (ca. 400–600 m ü. NN). In wärmeren Regionen kannst du 5–10 Tage früher starten, in sehr kalten Lagen lieber etwas später.

Was kostet der Tomatenanbau?


Die Kosten für den Anbau von Tomaten im Freiland können je nach den verwendeten Materialien und der Anzahl der Pflanzen variieren. Hier ist eine grobe Übersicht der typischen Ausgaben:

Samen: Je nach Sorte und Bezugsquelle kosten Tomatensamen zwischen 1 und 5 EUR pro Sorte. Für eine größere Vielfalt können die Kosten entsprechend steigen.

Anzuchterde: Eine Anzuchterde kostet ca. 2 bis 5 EUR pro 10-Liter-Sack. Für die Anzucht von etwa 70 Pflanzen werden in der Regel 2-3 Säcke benötigt.

Töpfe oder Anzuchtbehälter: Die Kosten hierfür können stark variieren, je nachdem, ob man neue oder gebrauchte Töpfe verwendet. Neue Töpfe kosten etwa 0,50 bis 1 EUR pro Stück, während gebrauchte Töpfe oft günstiger oder sogar kostenlos zu bekommen sind.

Rankhilfen: Für den Freilandanbau sind stabile Rankhilfen wichtig. Metallstäbe oder Rankspiralen kosten etwa 2 bis 5 EUR pro Stück. Für 70 Pflanzen werden entsprechend 70 Stäbe benötigt.

Sonstiges: Je nach Bedarf können weitere Kosten für Dünger, Mulchmaterial oder Frostschutzmaßnahmen anfallen.

Gesamtkostenübersicht

Wenn ihr – so wie wir – eure Tomatensamen selbst gewinnt, Töpfe und Schalen jedes Jahr wiederverwendet und Spiralstäbe oder Stecken ohnehin schon im Garten habt, bleibt der Aufwand überschaubar. Für die Anzucht von rund 70 Tomatenpflanzen reichen dann oft 4–6 Euro für Anzuchterde aus dem Discounter.

Müsst ihr dagegen alles neu anschaffen, sieht die Rechnung natürlich anders aus. Je nach Auswahl der Sorten und Materialien können Samen, Erde, Töpfe und Rankhilfen schnell über 200 Euro kosten. Mit etwas Planung lässt sich das aber gut abfedern: Gebrauchte Töpfe aus der Baumschule, einfache Holzstecken aus dem Garten und eine überschaubare Sortenauswahl sparen bares Geld – ohne dass der Tomatenertrag darunter leidet.

Häufige Fragen


Kann ich Tomaten auch direkt ins Beet säen?

In der Oberpfalz ist das meist zu spät – die Pflanzen hätten nicht genug Zeit, kräftig zu wachsen. Das Vorziehen auf der Fensterbank gibt dir einen wichtigen Wachstumsvorsprung.

Wie lange dauert es, bis Tomatensamen keimen?

Unter optimalen Bedingungen (22–25 °C, hohe Luftfeuchtigkeit) keimen Tomatensamen in der Regel nach 5–7 Tagen.

Brauche ich zwingend Anzuchterde?

Nein – eine einfache Mischung aus Kompost, Gartenerde und etwas Sand funktioniert ebenfalls gut und spart Geld.

Wie oft sollte ich Tomaten gießen?

Halte die Erde leicht feucht, aber nie nass. Lieber häufiger kleine Mengen gießen und Staunässe unbedingt vermeiden.

Wann sollte ich mit dem Düngen beginnen?

Frühestens, wenn die Pflanzen etwa vier echte Blattpaare haben. Eine schwache Brennnesseljauche oder ein wenig Kaffeesatz im Gießwasser reicht völlig aus – oder ihr topft direkt in nährstoffreiche Erde um.

Wie härte ich die Tomatenpflanzen richtig ab?

Ab Anfang Mai die Pflanzen tagsüber draußen an einen geschützten Platz stellen und abends wieder reinholen. So gewöhnen sie sich Schritt für Schritt an Wind und Sonne.

Warum werden meine Keimlinge lang und dünn („Spinnenbeine“)?

Das liegt an zu wenig Licht oder zu viel Wärme. Stellt die Töpfe näher ans Fenster, senkt die Temperatur auf 18–20 °C oder hängt die Pflanzenlampe etwas tiefer.

Was tun bei gelben Blättern?

Oft ist die Ursache zu viel Wasser oder eine zu niedrige Temperatur. Dann nur noch sparsam von unten gießen und die Pflanzen an einen wärmeren Standort stellen.

Wie werde ich Trauermücken wieder los?

Gelbe Klebefallen aufstellen und eine etwa 2 cm dicke Sandschicht auf die Erde geben – so wird die Brut unterbrochen und die Plage verschwindet meist innerhalb weniger Tage.

Wie verhindere ich Schimmel auf der Erde?

Nach dem Pikieren keine Folie mehr verwenden, nur von unten gießen und regelmäßig lüften. Auch ein lockeres Substrat und größere Pflanzabstände helfen.

Viel Erfolg beim Vorziehen – wir sehen uns im Sommer bei den ersten roten Tomaten!

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